Leckortung

Häufig sind bei Durchfeuchtungen an Decken, Wänden oder Fußböden Schadensbilder sichtbar deren Ursachen nicht immer eindeutig zu erklären sind. In diesen Fällen bedienen sich Versicherer der sogenannten „Leckorter“, um herauszufinden, ob es sich bei diesen Schadensbildern um versicherte Gefahren oder Risiken aus bestehenden Vertragsverhältnissen handelt.


Hierbei wird grob in verschiedene Entstehungsprozesse unterschieden. 
-Leitungswasserschäden (Frischwasser- / Abwasserschäden)
-Schäden an Heizleitungen (Vor-und Rückläufe), Fußbodenheizungen
-Haftpflichtschäden – zumeist durch Verstopfung bzw. Überlaufschäden verursacht
-Unwetterereignisse – Sturmschäden mit einlaufenden Niederschlägen
-Elementarschäden, Hochwasser- und Überschwemmungen
-Undichtheiten am Gebäude (Schäden an der Horizontal-, Vertikalabdichtung)
-Oder Schäden, die aus sonstigen Baumängeln wie undichten Fenstern, Türen, Taupunktgefahren oder undichten Regenfallrohren resultieren.

Richtige Zuordnung von Schäden

Die richtige Zuordnung solcher Schäden kann darüber entscheiden, ob es sich um eine versicherte Gefahr und damit um eine teilweise bzw. komplette Kostenübernahme durch einen Versicherer handelt. Mängel, die an einem Gebäude infolge von Alterungs-bzw. Verschleißprozessen zugeordnet werden, sind zumeist vom Gebäudeeigentümer im Sinne der Instandhaltung selbst zu tragen. Es gibt vielfältige, technisch anspruchsvolle Leckortungsmöglichkeiten. Dennoch muss festgehalten werden, dass in beiden Fällen eine Ursachenermittlung, als auch die anschließende Reparatur erfolgen muss. Den Leckortern steht heute eine Vielzahl von technischen Hilfsmitteln zur Verfügung, um punktgenaue Diagnosen aufzustellen.
 Der Leckorter benötigt ein hohes Maß an Fachkompetenz und muss entsprechend hochwertige Ausrüstungsgegenstände bedienen können.

Für eine erfolgreiche Leckortung:

  • im Druckwasserbereich (Warmwasser) sowie im Heizungsbereich ist der Einsatz einer Wärmebildkamera unumgänglich.
  • Kaltwasserleitungen lassen sich unter Umständen durch umzirkulieren über Warmwasser ebenfalls visualisieren. Ansonsten kann das Schadenbild durch Bodenrichtmikrofone akustisch lokalisiert werden oder durch Feuchtemessgeräte eingegrenzt werden.
  • Neben der Thermografie (Wärmebildkamera) kommt zum Teil auch eine Kanalrohrkamera zum Einsatz. Hier können beispielsweise Leerrohre (Abwasser) oder auch Hohlräume (Deckenhohlräume / Balkenfachlagen) befahren werden, um so Schäden an nicht sichtbaren Stellen aufzuspüren bzw. zu visualisieren. Sowohl mit einer Wärmebildkamera als auch mit einer Kanalrohrkamera lassen sich Beweisfotos und auch Videos erstellen, die im Beweissicherungsverfahren dem zuständigen Versicherer sehr hilfreich sein können.
  • Ähnlich wie beim Einsatz der Kanalrohrkamera kann in kleinen Bereichen auch der Einsatz mittels Endoskop für Aufklärung sorgen.
  • Für Flachdächer wird Rauchgas eingesetzt, um so auch deutlich die Leckagen zu visualisieren.
  • Für Mängel, die an der Gebäudehülle im erdberührten Bereich erkennbar sind, wird Formiergas verwendet, um so mittels Gasspürgerät die mögliche Schadensstelle zu lokalisieren.
  • Mit Hilfe der Blower-Door-Anlage werden bedingungswidrige Luftwechselraten bestimmt, die dann mit dem dazugehörigen Leckortungsprogramm aufgespürt werden können.
  • Mutmaßliche Wärmebrücken an Außenwand bzw. an Außenwänden lassen sich bei entsprechender Jahreszeit und Temperatur (5° C und niedriger) mithilfe einer Wärmebildkamera thermografieren und für eine Beweissicherung nutzen.
  • Weiterhin bieten wir im Sinne einer Schadstoffanalyse Luftkeimmessungen an, die Aufschluss über das Vorhandensein von diversen Schadstoffen bzw. Schimmelpilzbelastungen in der Raumluft geben.
  • Darüber hinaus können wir Ihnen bei der Auffindung und Beseitigung von geruchsintensiven Stoffen in unterschiedlicher Form behilflich sein.

Es bleibt insgesamt festzuhalten, dass vor jeglicher Schadensbeseitigung eine umfassende Ursachenermittlung erfolgen sollte, um so zielgerecht eine Sanierung bei deutlicher Kostenreduktion zu gestalten.